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Content Marketing

Content Recycling: Wie du mit alten Inhalten neuen Mehrwert schaffst

Erst wird geschrieben, dann veröffentlicht und geteilt. Und beim nächsten Artikel geht alles wieder von vorne los. Wer im Content Marketing arbeitet, kann davon ein Lied singen und weiß, wie schwierig es ist, kontinuierlich neue und hochwertige Inhalte zu produzieren.

Falls dir einfach die Ideen fehlen, empfehle ich dir meinen Beitrag 4 Tipps, wie du neue Inhalte für deinen Blog findest. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie du gähnende Leere auf deinem Blog vermeiden kannst. Das Zauberwort heißt Content Recycling. Was sich dahinter verbirgt und wie es funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Content Recycling? 

Beim Content Recycling handelt es sich um eine Strategie, bei der mit wenig Zeit das Maximale aus dem vorhandenen Content herausgeholt werden soll. Genauer gesagt geht es darum, bestehende Inhalte sinnvoll wiederzuverwenden. Damit kannst du von einem großen einmaligen Aufwand mehrfach profitieren.

Aber aufgepasst: Es geht hier nicht darum, alte Inhalte einfach nochmal eins zu eins auf dem eigenen Blog zu veröffentlichen. Denn deine bisherigen Leser und natürlich auch Google wissen, dass es sich um einen alten Artikel handelt, was für dein Ranking nicht gerade hilfreich ist (Duplicate Content). Vielmehr überarbeitest du bestehenden Content sinnvoll und bietest deinen Nutzern so einen noch größeren Mehrwert.

Darum lohnt sich Content Recycling

Content Recycling lohnt sich aus mehreren Gründen. Bevor ich dir zeige, wie du das Ganze umsetzt, werfen wir also erst mal einen genaueren Blick auf die Vorteile des Content Recycling.

  • Mit Content Recycling kannst du das Wissen deiner bestehenden Leser festigen, indem du ihnen ein bestimmtes Thema wieder ins Gedächtnis rufst.
  • Neue Leser kennen deine alten Texte nicht, sondern lesen nur die aktuellste Version. Diese kannst du mit noch mehr Tipps und Informationen anreichern sowie besser strukturieren. Schließlich lernst auch du mit der Zeit dazu.
  • Nur weil ein Beitrag vor längerer Zeit geschrieben wurde, heißt das nicht, dass er nicht mehr richtig und aktuell ist. Durch Wiederverwertung sorgst du zum einen dafür, dass diese Inhalte nicht in Vergessenheit geraten. Zum anderen bringen sie dir auch immer wieder neue Besucher auf deinen Blog beziehungsweise deine Website.
  • Durch die Aktualisierung deiner Inhalte zeigst du auch deine eigene Entwicklung als Blogger und Vertreter deiner Nische. Schließlich lieferst du deinen Lesern Content, der relevant ist und aktuelle Informationen enthält.
  • Du sparst Zeit, Geld und Nerven. Denn du hast nicht immer den Druck, komplett neue Inhalte erstellen zu müssen beziehungsweise zu lassen.
  • Beim Wiederverwerten auf Social Media: Deine Fans und Follower sind nicht alle zur selben Zeit online. Mit einem Tweet oder Facebook-Beitrag erreichst du also auch nicht alle. Genau deshalb solltest du ein Thema also auch mehrfach verbreiten.

 

So gelingt das Wiederverwerten von Inhalten

Um Content Recycling zu betreiben, brauchst du zunächst einmal ein größeres Archiv mit Beiträgen. Denn es bringt nichts, Blogartikel wiederzuverwerten, die du vor vier Wochen zum ersten Mal veröffentlicht hast.

Geeignete Inhalte finden

Unabhängig davon ist aber auch so nicht jeder Beitrag fürs Content Recycling gemacht. Du musst deinen Content also zunächst einmal analysieren. Dabei solltest du einen genaueren Blick auf den generierten Traffic, Shares und Likes, Kommentare, externe Links oder das Ranking in Google werfen. Am einfachsten gelingt dir das mit Tools wie etwa Google Analytics.

Artikel, die nach diesen Kriterien gut abschneiden und beispielsweise

  • häufig geteilt wurden,
  • zum jeweiligen Keyword bei Google auf Seite 1 ranken,
  • nach wie vor für einen kontinuierlichen Besucherfluss sorgen
  • oder von externen Portalen verlinkt wurden,

eignen sich eher für das Content Recycling. Denn diese haben bereits für eine gute Resonanz gesorgt und waren für deine Zielgruppe am interessantesten. Meist handelt es sich dabei um zeitlose und höherwertige Inhalte (sogenannter Evergreen Content); kurze News sind in der Regel nach einiger Zeit nicht mehr aktuell.

Content aufbereiten und veröffentlichen

Hast du die passenden Inhalte ausgewählt, kannst du dich im nächsten Schritt an die Aufbereitung und anschließende Veröffentlichung machen.

Wie du deine Inhalte richtig aufbereiten musst, hängt von deinen Zielen und der Zielgruppe ab. In jedem Fall solltest du aber Zahlen und Fakten auf den neuesten Stand bringen und gegebenfalls fehlende Informationen ergänzen.

Da auch du dich als Blogger kontinuierlich weiterentwickelst, lohnt sich außerdem ein genauerer Blick auf den formalen Aufbau deiner Texte. Nutze dein Wissen für alte Beiträge und biete deinen Lesern durch eine bessere Gliederung oder einen saubereren Schreibstil einen noch größeren Nutzen.

Zu guter Letzt solltest du auch interne und externe Verlinkungen überprüfen und diese bei Bedarf aktualisieren. Ist eine Quelle nicht mehr erreichbar, solltest du den Link ganz entfernen oder nach einer alternativen, gleichwertigen Quelle suchen.

Bist du mit deiner Überarbeitung zufrieden, kannst du deinen Beitrag veröffentlichen. Vorab solltest du diesen allerdings als solchen kennzeichnen und deinen Lesern klarmachen, dass es sich um die aktualisierte Version eines alten Beitrages handelt. Sonst kann es durchaus zu Unmut und Missverständnissen kommen.

Weitere Möglichkeiten, bestehende Inhalte mehrfach zu verwenden

Ich bin in diesem Blogartikel hauptsächlich darauf eingegangen, wie du einen neuen Beitrag auf Basis eines alten schreibst. Allerdings gibt es auch noch weitere Alternativen beim Content Recycling.

  • Ebook: Du kannst eine Reihe bestehender Artikel zum Beispiel in einem Ebook verpacken. Aber Achtung: Auch hier solltest du die einzelnen Texte aktualisieren und anschließend sinnvoll zusammenfügen.
  • Kurs: Aus mehreren Artikeln kann man neben einem Ebook auch einen Kurs machen, zum Beispiel in Form einer E-Mail-Serie.
  • Infografik: Enthält einer deiner Artikel viele Tipps und Fakten, kannst du daraus wunderbar eine Infografik erstellen. Deine Leser können sich damit einen schnellen Überblick verschaffen und bei Interesse am Thema deinen ausführlichen Beitrag lesen.
  • Rückblick: Du kannst genauso gut einen Artikel schreiben, in dem du auf die besten Artikel zu einem Thema zurückblickst und die wichtigsten Informationen aus diesen nochmal aufgreifst. Verlinkst du dann auf die jeweiligen Beiträge, hast du außerdem etwas für deine interne Linkstruktur getan.
  • Präsentation: Manche Artikel eignen sich sehr gut, um aus ihnen eine Präsentation zu machen. Diese kannst du entweder für eine Veranstaltung verwenden oder als Online-Präsentation veröffentlichen.
  • Video: Insbesondere How-To’s oder Tutorials lassen sich hervorragend als Video verarbeiten. Da manche Person lieber Videos schauen, statt lange Beiträge zu lesen, kannst du damit noch mehr Menschen erreichen.
  • Podcast: Neben Videos sind auch Podcasts immer beliebter. Bei der Vertonung eines Artikels geht es aber nicht darum, alles eins zu eins vorzulesen. Vielmehr solltest du die wichtigsten Tipps und Informationen in eigenen Worten wiedergeben.

 

Natürlich ist das Ganze auch andersrum möglich. Das heißt, du kannst zum Beispiel genauso gut ein Video oder einen Podcast als Basis nehmen, um daraus einen Artikel zu schreiben.

Fazit

Wie so oft im Content Marketing geht es auch beim Content Recycling in erster Linie um Qualität und Mehrwert. Es soll also keine einfache Möglichkeit sein, um schnell neue Inhalte zu veröffentlichen, sondern es geht darum, die eigenen Ressourcen besser zu nutzen. Schließlich hast du dir viel Mühe gegeben, deine Artikel überhaupt erst einmal zu schreiben. Gehen diese sofort nach Veröffentlichung im Internet-Nirwana unter und werden vergessen, kann das manchmal ganz schön frustrierend sein.

Darüber hinaus ist das Wiederverwerten von Inhalten eine kostengünstige Alternative zur Neuproduktion von Content und oft mit weniger Aufwand (was nicht gar keinen bedeuten soll) verbunden. Hast du also irgendwann einmal absolut keine Zeit, einen neuen Beitrag zu schreiben, erinnerst dich aber an einen alten, der bei deinen Lesern gut angekommen ist, kannst du diesen wiederbeleben. Ergänze neue Tipps, überarbeite Struktur und Schreibstil oder aktualisiere Zahlen und Fakten, damit er wieder up-to-date ist. Aber vergiss nicht, diesen als aktualisiert zu kennzeichnen. Deine alten Leser freuen sich über neue Informationen, deine neuen Leser kennen die erste Version womöglich noch gar nicht.

Richtig umgesetzt ist Content Recycling also eine Win-Win-Situation für dich und deine Leser. Genau deshalb solltest du es auch langfristig in dein Marketing mit aufnehmen.

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