versandzeitpunkt
E-Mail Marketing

Gibt es den optimalen Versandzeitpunkt für Newsletter?

Beim Newsletter zählt doch nur der Inhalt, oder? Wann meine Empfänger die E-Mail erhalten, ist doch völlig egal. Diese Denkweise stimmt leider nicht ganz. Denn der Versandzeitpunkt einer E-Mail ist wichtiger, als du denkst.

E-Mail-Marketer versuchen daher schon lange, eine Antwort auf die Frage nach dem optimalen Versandzeitpunkt zu finden. Aber gibt es diesen überhaupt? Und wenn ja, wann ist er? Die Antwort gibt’s in diesem Artikel.

Warum ist der Versandzeitpunkt wichtig?

Die Idee hinter erfolgreichem E-Mail Marketing ist einfach: Eine E-Mail soll den Empfänger erreichen, wenn er online und seine Kaufbereitschaft am größten ist. Denn dann ist auch die Klickrate beziehungsweise die Zahl der Conversions am höchsten. Wird die E-Mail hingegen zum falschen Zeitpunkt versandt, landet sie oftmals direkt im Papierkorb oder führt zumindest nicht zu einer Conversion.

Der Versandzeitpunkt ist also ein entscheidender Faktor, ob die E-Mail geöffnet wird oder nicht. Deshalb solltest du ihm auch ausreichend Bedeutung schenken.

Die Zielgruppe als Dreh- und Angelpunkt

Es gibt unzählige Meinungen, Studien und Statistiken zum optimalen Versandzeitpunkt. Diese solltest du allerdings mit Vorsicht genießen. Denn es müssen zu viele Faktoren berücksichtigt werden, um eine pauschale Aussage machen zu können.

Die richtige Versandzeit ist letztlich vor allem von der Zielgruppe abhängig. Um den besten Zeitpunkt zu finden, solltest du dich in dein Zielpublikum versetzen. Mögliche Fragen, die du dir hierbei stellen kannst, sind:

  • Wer soll erreicht werden?
  • Wie sieht der Tagesablauf der Zielgruppe aus und wann ist diese für gewöhnlich online?
  • Auf welche Weise soll die Zielgruppe mit dem Newsletter interagieren (zum Beispiel Kauf, Anmeldung, Informationen suchen)?

Wenn du alle diese Elemente berücksichtigst, merkst du schnell, dass irgendwelche allgemeinen Aussagen zum optimalen Versandzeitpunkt nur wenig wert sind.

Eine erste Hilfestellung bietet dir hier außerdem die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Businesskunden (B2B) und Endverbrauchern (B2C). Diese beiden Gruppen unterscheiden sich deutlich in ihrem Nutzerverhalten und lesen ihre E-Mails so auch zu verschiedenen Zeiten.

Wann ist nun die beste Zeit, um einen Newsletter zu versenden?

Hast du bis hierhin gelesen und wartest jetzt auf eine eindeutige Antwort von mir, muss ich dich leider enttäuschen. Denn DEN optimalen Versandzeitpunkt gibt es nicht. Sonst würde ja jeder zu dieser Zeit mailen.

Aber es gibt günstige und ungünstige Zeiten, um eine E-Mail oder einen Newsletter zu versenden. Dafür gehen wir noch einmal zurück zur Unterscheidung zwischen B2B- und B2C-Newslettern. Diese hilft dir nämlich bereits, bestimmte Zeitfenster für deine Zielgruppe auszuschließen.

Business-Newsletter verschickst du am besten während der Bürozeiten. Denn dann sind deine Empfänger bei der Arbeit und lesen ihre Mails. Bei Mails an Endverbraucher solltest du hingegen einen genaueren Blick auf Abende (18 bis 22 Uhr) und Wochenenden werfen.

Diese Informationen liefern dir schon mal eine grobe Orientierung. Ich will aber noch etwas genauer auf das Ganze eingehen. Denn auch hier gibt es wieder ungünstige Zeiten.

Günstige Zeiten für B2B-Newsletter

Auf den ersten Blick scheinen bei B2B-Mails alle Zeiten gleich gut – solange sie eben innerhalb der Bürozeiten sind. Montagmorgen und Freitagnachmittag bilden hier allerdings eine Ausnahme.

Freitagnachmittag deshalb, weil zu dieser Zeit bereits viele im Wochenende oder zumindest kurz davor sind. Nicht jeder hat dann noch Lust, sich mit einem Newsletter zu beschäftigen, bei dem er vielleicht auch noch etwas kaufen soll.

Auch der Montagmorgen ist ein ungünstiger Versandzeitpunkt. Zu dieser Zeit werden nämlich sämtliche Mails, die sich über das Wochenende oder auch schon seit Freitagnachmittag angesammelt haben, bearbeitet – und großzügig gelöscht.

Experten empfehlen häufig einen Versand am Dienstag- oder Donnerstagvormittag, da zwischen neun und 12 Uhr die höchsten Öffnungsraten zu erwarten sind. Diese Empfehlung hat allerdings zur Folge, dass die meisten Newsletter mittlerweile donnerstagmorgens versandt werden.

Mailst du zu dieser Zeit, machst du zwar nicht viel falsch, stichst jedoch auch nicht besonders hervor. Es kann sich für dich daher lohnen, einen antizyklischen Versand zu testen. Denn auch die Nachmittagsstunden eignen sich gut für Business-Mailings. Nach der Mittagspause sind normalerweise die wichtigsten Aufgaben bereits abgearbeitet und die Konkurrenz ist für dich niedriger.

Günstige Zeiten für B2C-Newsletter

Bei B2C-Newslettern hat sich der Sonntagabend als erfolgsreichster Versandzeitpunkt herauskristallisiert. Auch hier machst du also nicht viel falsch, wenn du zu dieser Zeit mailst – gehst womöglich aber in der Masse unter. Samstage sind hingegen schlecht, weil die meisten Menschen dann schlichtweg Besseres zu tun haben, als ihre E-Mails zu checken.

Neben Abenden und dem Wochenende gibt es aber eine weitere, günstige Ausnahme – nämlich die Zeit zwischen 12 und 14 Uhr unter der Woche. Dann sind die meisten in der Mittagspause und die Chancen stehen höher, dass deine Empfänger private E-Mails lesen.

Probiere verschiedene Zeiten aus

Du hast es bereits gehört: DEN perfekten Versandzeitpunkt gibt es nicht. Das heißt für dich, dass du deinen optimalen Zeitpunkt selbst herausfinden musst. Und dafür musst du einfach nur testen, testen, testen.

Das was du bisher gelesen hast, sind lediglich Richtlinien und noch lange kein Garant für den hundertprozentigen Erfolg. Diese Richtlinien geben dir aber eine grobe Orientierung und helfen dir, ungünstige Zeitfenster zu vermeiden.

Sei flexibel und wähle verschiedene Zeiten aus, zu denen du deinen Newsletter versenden willst. Wenn du immer wieder variierst und ausprobierst, bekommst du auf lange Sicht einen guten Überblick darüber, wann deine Mails am besten funktionieren.

Fazit: Du musst den passenden Zeitpunkt selbst herausfinden

Ziel beim E-Mail Marketing ist es, den Empfänger oder Kunden dann zu erreichen, wenn er online ist und sich mit seinen E-Mails beschäftigt. Denn ein Newsletter wird eher wahrgenommen und geöffnet, wenn der Empfänger aktiv – das heißt sich mit seinen Mails befasst – ist. Wer erst durch mehrere E-Mails scrollen muss, löscht nämlich oft gerne und großzügig.

Eine geeignete Versandzeit spielt daher eine wichtige Rolle – auch wenn es den optimalen Versandzeitpunkt nicht gibt. Schließlich müssen auch individuelle Faktoren wie die Zielgruppe, der Zweck des Newsletters oder der Inhalt beziehungsweise das zu verkaufende Produkt berücksichtigt werden.

Du wirst einen für dich und deine Zielgruppe passenden Zeitpunkt aber finden, wenn du selbst ausgiebig testest und prüfst, wann die Öffnungs- und Klickraten am höchsten sind. Das kann durchaus einige Zeit dauern, die sich aber langfristig lohnen wird.

Letztlich bringt aber auch der beste Versandzeitpunkt nichts, wenn dein Newsletter keine relevanten Inhalte bietet. Im Umkehrschluss heißt das allerdings auch, dass relevante und gute Newsletter selbst zu einem späteren Zeitpunkt gelesen werden und nicht sofort im Papierkorb landen. Du solltest dich also nicht verrückt machen lassen, wenn du den richtigen noch nicht gefunden hast, sondern dich vor allem auf Inhalt und Gestaltung deiner Newsletter konzentrieren.

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